Über die Entstehung einer Verschlingung aus der Perspektive eines Schleifenbandes
Rauminstallation/ Videoloop /2010
Ausgehend von Leibniz kleiner Skizze eines Strumpfbandknotens, die er am Rande eines Textes über deutliche und undeutliche Erkenntnis notierte, beschäftigt sich diese Videoarbeit mit dem
komplexen Vorgang des Schleifenbindens bzw. mit einer mathematischen Verschlingung.
Durch eine kleine, auf einem Schleifenband angebrachte Kamera, befindet sich der Betrachterpunkt auf der Oberseite des Schleifenbandes und kann so den ständigen Perspektiv- und Dimensionswechsel einer Verknotung körperlich nachvollziehen.
Ein mehrdimensionaler Raum entsteht, welcher unser perspektivisches Raumverständnis infrage stellt und den Knoten als taktiles und visuelles Phänomen untersucht. Dadurch, das das Video so projiziert wird, daß die Koordinaten des projizierten, zentralperspektivischen Kistenraumes die Koordinaten des wirklichen Raumes aufgreifen und in den Raum verlängern, entsteht ein Trompe l´oeil. Dreht sich die Schleife, wankt auch das Raumverständnis des Betrachters - der Blick taumelt.
Es entwickelt sich ein unheimliches Raumgefüge, in dem unten und oben, über und unter, rechts und links durch die fließende Bewegung ineinander rutschen. Wie durch Geisterhand wird die Schleife aus einem weißen Band geknotet. Die Hand die sie knüpft ist immer nur als Schattenprojektion sichtbar. Die Schleife, die sich in immer neue Kurven legt, scheint ein Eigenleben zu besitzen.
PAULINE M´BAREK