Projektion


Video, HD Pal, 20´00/ 2011

 

 

In dieser Videoarbeit, die im ehemaligen Brüsseler Kolonialmuseum, dem Musée Royal de l‘Afrique Centrale, gedreht wurde, wird der observierende Blick auf eine afrikanische Maske bzw. das projizierte Fremde, aus der Perspektive einer Vitrine gefilmt.
Der Betracher wird hier selbst zum Objekt der Beobachtung, sein Blick wird erwidert, das Objekt wird zum Akteur. Durch die Spiegelungen und Schattenerscheinungen der Vitrine erscheinen die Besucher zunehmend selber wie Geister-Wesen, deren Gesichter sich eigenartig mit den afrikanischen Masken vermengen und gar nicht mehr so klar davon abzugrenzen sind. Die Projektion reflektiert zurück...
Grundlage für dieses Video ist eine knapp einminütige Szene aus dem antikolonialistischen Film Les statues meurent aussi, der 1953 von Chris Marker und Alain Resnais u.a. im Musée Royal de l‘Afrique Centrale gedreht wurde und in dem Besucher aus der Perspektive einer Museumsvitrine gefilmt werden. Eine Inversion, eine radikale Umkehrung des asymmetrischen Blickregimes, das sonst zwischen ethnologischem Objekt und Betrachter herrscht.