Ein Stück in Tüchern

 

Video-Animation/13 min / 2008

 

Auf dunklem Hintergrund erscheinen und verschwinden faltenreiche,weiße Bekleidungshüllen - verschiedenste Gewänder, Schleier, Vorhänge und Tücher inszenieren hier ein transformatives Rollenspiel. Diese geisterhaften Oberflächenwesen treten einzeln oder in Gruppen auf und erwidern den Blick des Betrachters auf unheimliche Weise... Ihres eigentlichen Wesens beraubt, kommunizieren sie nunmehr durch ihre Falten - das “bewegte Beiwerk” wird so zur eigentlichen Figur des Ausdrucks.

Mit der Zeit erscheinen einem die zunächst fremden Gestalten jedoch seltsam bekannt und erzeugen Nachbilder, handelt es sich doch um Reproduktionen von Ikonen der Malerei, bei denen alle Bildteile, mit Ausnahme der weißen, gefalteten, geschwärzt wurden. Die der Kunstgeschichte entstammenden Bilder werden so in einen neuen Kontext  gestellt, indem sie nur unter einem Aspekt, nämlich dem der Faltung, untersucht werden.  So wird Unsichtbares sichtbar und Sichtbares unsichtbar - eine “umgekehrte Archäologie”. Die Ent-deckung ist immer auch eine Form von Eroberung. Hier wird jedoch alles, was enthüllt ist, durch Schwärzung zum Schattenriß, während alles verhüllte herausgestellt wird. Das ständige Hin-und Herspringen von Positiv und Negativ führt so zu einer Destabilisierung der Verhältnisse eines Davor und Dahinter.

Videostills