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Dia-Projektion auf Säule/ 2010

 

Auf die äußere Ecke einer im Raum stehenden Säule wird die Abbildung der dahinterliegenden inneren Raumecke durch ein Diapositiv projiziert. Steht der Betrachter exakt hinter dem Diaprojektor, ensteht an einem bestimmten Punkt ein Trompe l´oeil, d.h. die reale Architektur erscheint durch die Projektion in den Raum hinein verlängert.

Ein leeres Volumen trifft hier auf ein volles und läßt die Säule durchsichtig und fast schwebend erscheinen. Der massive Stützpfeiler wirkt nicht mehr wie ein tragendes, architektonisches Element, sondern hohl und fassadenhaft, von seiner Funktion entbunden. Die Grenzen zwischen Erscheinungsbild und wirklichem Volumen, zwischen Projektions- und Realraum werden fließend und verwickeln den Betrachter in ein ständiges Verwirrspiel. Entfernt man sich jedoch von der Säule und nimmt einen anderen Standpunkt ein, verzerrt sich die Projektion, das Bild erweist sich als reine Täuschung. Ein Kippraum entsteht, der den Betrachter auf die Relativität der eigenen Wahrnehmung zurückwirft.

 

Spiridon-Neven-DuMont-Preis, Köln/ 2010
Liaisons dangereuses, Galerie Rehbein/ Köln 2010
Installationsansicht Ausstellung Von dritten Räumen, Kunsthaus Hamburg 2010